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Informationsversammlung

des Bayerischen Jagdverbandes, Kreisgruppe Dingolfing

 

Dreifalltigkeitsberg: Zur jährlichen Frühjahrsversammlung trafen sich zahlreiche Jäger und Interessierte am Freitagabend am Dreifalltigkeitsberg im Gasthaus Scheuenpflug. Der Erste Vorsitzende des Jagdschutz und Jägervereins Dingolfing, Herr Josef Überreiter begrüßte die Gäste, namentlich Frau Christine Walk, die Nachfolgerin von Hans Schreckenast im Sachbereich Jagd im Landratsamt, Herrn Harald Ringlstetter in Vertretung der Firma Waffen Obermeier, Herrn Friedhelm Dickow ,den Kreisobmann des Bauernverbandes sowie alle Anwesenden.

Herr Überreiter berichtete kurz über die neuesten Entwicklungen im Bereich Vertragsnaturschutzprogramm und Greening, mit einigen Erleichterungen bezüglich Blühstreifen Waldrandstreifen und Schussschneisen zur leichteren Wildschweinbejagung.

Für das heuer wieder anstehende Verbißgutachten, das zur die Abschussplanung der nächsten 3 Jahre dient, riet er allen Revierpächtern zur Teilnahme und konstruktiven Kritik bei Ungereimtheiten. Das Gutachten muss nach genauen Vorgaben erstellt werden, eine selektive Vorauswahl der Aufnahmepunkte zur Verbißaufnahme ist nicht zulässig. Ebenso wenig dürfen Wildunfallzahlen in die Abschussplanung mit einbezogen werden. Von Zahlen aus Wildunfällen auf erhöhten Wildverbiss oder umgekehrt zu schließen, entbehrt jeglicher wissenschaftlicher Grundlage.

Wildunfallzahlen, einfach addiert und ohne Hintergrundinformationen in den Raum zu stellen zeigt nicht gerade Sachwissen. Das Thema ist sehr komplex. Stark erhöhtes Verkehrsaufkommen , schnellere Fahrzeuge, geänderte Verkehrsführungen, erhöhter Freizeitdruck, nächtliche Feldarbeiten und nicht zuletzt die Suche des Wildes nach geeigneten Futterpflanzen erhöhen die Kollisionsgefahr immens.

Kopfzerbrechen , so Überreiter , bereitet vielen Landwirten das Näherkommen der Afrikanischen Schweinepest, und damit ist wieder das jagdliche Wissen und Können von erfahrenen Jägern gefragt.

Über jagdlich relevante Aspekte der Afrikanischen Schweinepest für die Jägerinnen und Jäger berichtete Tierarzt Dr. Robert Weber in seinem Vortrag. Die Anwesenden erhielten Informationen über die Seuche, von den Ansteckungsmöglichkeiten mit dem Virus über alle denkbaren Vektoren, von kontaminierten Lebensmitteln bis hin zu Zecken und deren Eier als Überträger. Hauptsymptome der Erkrankung vom Ausbruch bis zu Tode sind diverse Blutungen im Tierkörper. Die Jäger als kundige Personen sind mit den vorgetragenen Krankheitserscheinungen in der Lage entsprechend zu reagieren. Im Verdachtsfall ist es zwingend erforderlich, die zuständigen Behörden, sprich das Landratsamt zu informieren. Die Seuche kann nur durch das Zusammenspiel aller Betroffenen und strengsten Hygienemaßnamen eingedämmt und zurückgedrängt werden. Nur Schweine sind für das Virus empfänglich, für den Menschen ist es völlig unbedenklich. Dennoch sollte bei der Bejagung nicht vergessen werden, dass auch Schweine Lebewesen sind und als solche behandelt werden sollten. Eine Reduzierung auf das nötige Maß sollte nicht in Bekämpfung ausarten, immer mit dem Blick darauf, der Seuche bei uns wenig Nährboden zu geben. Bejagung ist nur ein Rad im Getriebe der Seuchenprophylaxe.

Frau Walk die zuständige Sachgebietsleiterin am Landratsamt DGF ergänzte dazu noch neueste Vorgehensweisen im Falle eines Seuchenausbruchs.

Das Gebiet wird in3 Zonen, Kerngebiet , gefährdetes Gebiet und außen herum einer Pufferzone eingeteilt. Das Gebiet umfasst dann mehr als 1 Million ha und wird bei Bedarf noch ausgeweitet.

Frau Walk übergab Herrn Überreiter zur Verteilung noch Probensets für stichprobenartige Blutuntersuchung von Wildschweinen im Landkreis.

Zum Thema Nachtsichtgeräte und Schalldämpfer hatte der Schiesswart , Bruno Auer , Herrn Ringlstetter als kompetenten Referenten gewinnen können. Vor- und Nachteile der verschiedenen Geräte wurden erörtert, jedoch ein Wundergerät zur Wildschweinjagd gibt es nicht.

Frau Walk berichtete noch über die rechtlichen Voraussetzungen für den Erwerb und Gebrauch der sonst nicht zulässigen Schusshilfen im Rahmen der AFP, die bei nachgewiesenem Bedarf immer nur personalisiert, lokal und zeitlich begrenzt genehmigt werden können.. Vor dem Kauf sollte erst die Jagdbehörde kontaktiert werden, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Nach einer lebhaften Diskussion über die Themen des Abends beschloss Herr Überreiter die Veranstaltung.

 

 

 

 

 

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